Die WHO unterstützt die Legalisierung von Cannabis

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Die WHO unterstützt die Legalisierung von Cannabis
Die WHO unterstützt die Legalisierung von Cannabis

Diejenigen von uns, die seit vielen Jahren in dieser Branche tätig sind, dachten, dass dieser Moment niemals kommen würde. Wie es aber aussieht, stehen wir vor der Tür der globalen Legalisierung von Marihuana. In letzter Zeit wird viel über die medizinischen Eigenschaften der Cannabispflanze gesprochen, und nach dem letzten Bericht der Weltgesundheitsorganisation zu diesem Thema scheint die Entkriminalisierung von Marihuana unaufhaltsam zu sein. Wenn Sie herausfinden möchten, was in diesem wichtigen Bericht veröffentlicht wurde und welche möglichen Änderungen bevorstehen, dann lesen Sie weiter…

 

 

📲 Wie hat die Änderung der Bewertungskriterien begonnen?

 

Es war weder die Organisation der Vereinten Nationen noch die Weltgesundheitsorganisation, die es den Mitgliedstaaten ermöglichte, den Cannabis-Konsum zu entkriminalisieren. Eigentlich waren es einige Länder, die unabhängig von diesen zwei Organisationen, die im Prinzip für die Regulierung dieser Gesetze auf globaler Ebene verantwortlich sind, eigene Maßnahmen diesbezüglich ergriffen.

Holland hat seit mehr als 40 Jahren ein Gesetz über weiche Drogen, das effektiver als das absolute Verbot in den meisten Ländern gewesen ist. In anderen europäischen Ländern konnte man Marihuana auch legal konsumieren: Das Viertel Christiania in Kopenhagen (Dänemark) war ein Symbol für Freiheit und auf seinen Märkten konnte man leicht Cannabis-Knospen und Haschisch kaufen. Weitere Beispiele sind einige Lokale in Wien (Österreich) oder Prag (Tschechische Republik), ganz zu schweigen von den Cannabis-Gesellschaftsvereinen in Spanien, vor allem in Barcelona.

 

Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum und medizinischen Gebrauch in den USA

Doch nicht aufgrund dieser anarchistischen Bastionen hat die WHO das Verbot dieser Pflanze überdacht. Im Jahr 2013 legalisierte Uruguay den Konsum, den Anbau und den Verkauf von Cannabis über Apotheken. Obwohl Uruguay, wie bereits erwähnt, nicht das erste Land war, das einseitige Maßnahmen ergriff, war es dafür verantwortlich, dass andere Regierende über sein Rechtsmodell nachdachten.

Ende der 1990er Jahre war die Verwendung von Cannabis für therapeutische Zwecke in einigen US-Staaten legal, aber erst 20 Jahre später wurde ebenfalls der Freizeitkonsum zugelassen. Colorado war der erste US-Staat, der am 1. Januar 2014  den allgemeinen Konsum von Marihuana regulierte, und schnell daraufhin schlossen sich Washington, Kalifornien, Oregon und später 14 andere Staaten sowie der District of Columbia an.

Kanada war das erste G8-Land, das den Cannabiskonsum Ende 2018 vollständig legalisierte. Dies gehörte zu den Wahlversprechen von Premierminister Justin Trudeau und als seine Partei die Wahlen gewann, wurde es recht schnell erfüllt. In einigen Regionen Kanadas war medizinisches Cannabis bereits legal und in einigen Städten wie Vancouver war es völlig normal, mehrere Abgabestellen zu finden. Zudem haben andere Staaten wie Israel, Deutschland, Italien, das Vereinigte Königreich und vor kürzerer Zeit auch Argentinien und Mexiko die Bereitstellung von medizinischem Cannabis reguliert.

 

Infografik: Wie die Legalisierung von Cannabis begann
Infografik: Wie die Legalisierung von Cannabis begann

 

 

📖 Laut der WHO ist CBD weder gefährlich noch süchtigmachend

 

Laut der von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichten Studie macht der Konsum von Cannabidiol nicht süchtig und verursacht auch keine Gesundheitsprobleme. Das Experiment wurde mit Tieren durchgeführt und die Ergebnisse wurden in verschiedenen Punkten dargelegt, die wir hier zusammenfassen:

 

  • Die Verwendung oder der Missbrauch sind weder schädlich noch süchtigmachend: In den Tests wurden Mäusen mehrere Tage lang Dosen von 1, 3 und 10 mg/kg CBD und die gleichen Mengen an THC injiziert, wobei nachgewiesen wurde, dass Cannabidiol nicht schädlich ist und auch nicht abhängig macht.
  • Bewährte medizinische Eigenschaften: CBD besitzt viele wohltuenden Eigenschaften, zum Beispiel als entzündungshemmendes Mittel oder gegen Epilepsie. Heutzutage ist der Bedarf an nicht-Opioiden entspannenden, angstlösenden oder beruhigenden Medikamenten größer denn je, da unser Lebensstil zu vielen Gesundheitsproblemen geführt hat.
  • Es ist kein beunruhigendes Thema: Sowie andere Substanzen von der Gesellschaft im Allgemeinen missbilligt werden, wird Cannabidiol als harmloses Arzneimittel mit vielen Eigenschaften angesehen. Im zweiten Punkt des WHO-Berichts wird dargelegt, dass diesbezüglich keine öffentliche Besorgnis festgestellt wurde.
  • Keine psychoaktive Wirkung: CBD ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid, im Gegenteil zu dem ebenfalls in Cannabis vorkommende Wirkstoff THC. Zusätzlich zu seinem vielversprechenden therapeutischen Wert zur Behandlung vieler Krankheiten und Beschwerden ist dies ein weiterer zwingender Grund, es als sichere Substanz zu betrachten.

 

 

👌 Die WHO empfiehlt der UNO, Cannabis von der Liste der verbotenen Substanzen zu streichen

 

Seit des Wiener Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel von 1961, in dem alle kontrollierten Betäubungsmittel auf mehreren Listen aufgeführt wurden, steht Cannabis auf Liste IV, und zwar die der gefährlichsten Substanzen ohne medizinische Eigenschaften.

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Kriterien für die Bewertung dieser Pflanze geändert und empfiehlt nun, dass die Organisation der Vereinten Nationen Cannabis von Liste IV streicht und in Liste I neu einstuft, in der die Substanzen mit anerkannten therapeutischen Eigenschaften, die offen zur Nachforschung stehen, enthalten sind.

 

 

✨ Änderung der Kriterien, die auf wissenschaftlichen Nachweisen beruhen

 

In dem Schreiben des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom, an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, erklärt die WHO, dass ihr Expertenkomitee für Drogenabhängigkeit (ECDD ist die Abkürzung auf Englisch) Cannabis und andere davon gewonnene Substanzen und ihre Eigenschaften analysiert hat und schlägt vor, die Pflanze und Nebenprodukte von der Liste IV zur Kontrolle von verbotenen Betäubungsmitteln zu entfernen, die für Substanzen bestimmt ist, die „sehr gefährlich sind und keinen oder nur sehr geringen medizinischen Wert haben“, und einige  der in Cannabis enthaltene Wirkstoffe wie THC oder CBD in die Liste I aufzunehmen.

In Bezug auf Cannabidiol, welches keine psychoaktive Wirkung hervorruft, schlägt die WHO vor, eine Fußnote einzufügen, in der es heißt: „Präparate, die überwiegend CBD und nicht mehr als 0,2 % THC enthalten [dieser Wirkstoff hat psychoaktive Effekte], stehen nicht unter internationaler Kontrolle“. Diese geänderte Betrachtungsweise, was zum ersten Mal bei der WHO in Bezug auf eine als Droge geltende Substanz vorkommt, wird die Zweifel an den therapeutischen Eigenschaften von Cannabis abhaken.

 

 

⛳ Wie geht es also weiter?

 

Wenn die UNO diese Empfehlung aufnimmt, werden die Mitgliedstaaten die Zustimmung erhalten, um dem Weg zu folgen, den Dutzende von Ländern vor einiger Zeit unabhängig von dem Abkommen geebnet haben, wie es Deutschland, Israel, viele US-Staaten und Kanada mit medizinischem Cannabis und vor kürzerer Zeit wieder Kanada und Uruguay mit der umfassenden Regulierung vornahmen.

Weltweit eröffnet sich neue Wege, und obwohl viele Länder in den letzten Jahren bereits ihre Gesetze in Bezug auf medizinisches Cannabis geändert haben, müssen nun auch die Staaten, die die wissenschaftlichen Beweise bestritten haben, ihren Standpunkt überdenken, da die WHO als Koordinationsbehörde der UNO für das internationale öffentliche Gesundheitswesen verantwortlich ist.

Vermutlich werden von nun an viele Labors und Pharmaunternehmen Forschungsarbeiten beginnen, um Arzneimittel, die aus Cannabis gewonnenen Wirkstoffe enthalten, zu vermarkten, und es werden neue Kosmetikprodukte, Lebensmittel und Getränke auf dem Markt gebracht werden.

Die Empfehlung der WHO wird die Regulierung von Cannabis zum Freizeitkonsum nicht beeinflussen, daher können wir uns im Moment keine Illusionen machen. Tatsächlich legt das Übereinkommen der UNO im Artikel VII fest, dass für die Substanzen in Liste I, in die Cannabis aufgenommen wird, „alle Verwendungen, außer die, die von ordnungsgemäß autorisierten Personen in medizinischen oder wissenschaftlichen Einrichtungen für sehr begrenzte wissenschaftliche und medizinische Zwecke vorgenommen werden, stehen unter direkter Kontrolle der Regierungen“.

 

 

⭐ Zum Abschluss

 

So wie es aussieht, ändern sich die Dinge in letzter Zeit, und was vor einigen Jahren wie eine Utopie schien, könnte tatsächlich wahr werden. Klar ist, dass das absolute Verbot nichts gebracht hat und dass wir es uns nicht leisten können, auf eine Pflanze mit so vielen medizinischen Eigenschaften zu verzichten. Darum werden wir eher früher als später alle Arten von Produkten auf Cannabisbasis erwerben können.

 

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Fran Quesada Moya
Fran Quesada Moya
Pevgrow's editor, activist and freak of cannabis in all its fields, especially breeding and development of new varieties.
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