Was ist BHO? Wie es richtig hergestellt und gesäubert wird

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Bild von BHO
Bild von BHO

 

BHO ist die Kurzform von Butane Hash Oil, das heißt, „mit Butan hergestelltes Haschöl”, sozusagen. Für Nutzer von medizinischem Cannabis ist BHO der beste Extrakt überhaupt, Kritiker meinen jedoch, es sei eine harte Droge, da es eine extrem hohe Menge Cannabinoide enthält. Was hat wohl dieser Extrakt, der für so viel Debatte sorgt? 🤔 In diesem Artikel erklären wir Ihnen alles…👉

 

 

🧐 Was ist BHO?

 

 

BHO ist ein Cannabis-Extrakt, der mithilfe eines Lösemittels hergestellt wird, also mit Butan. Indem man das Butangas das Gras durchströmen lässt, werden sehr schnell alle Harzdrüsen von dem Pflanzenmaterial gelöst und damit auch alle Cannabinoide, Terpene, Flavonoide, Wachs und andere Substanzen der Pflanze gewonnen.

Der Ertrag der BHO-Methode ist größer als der anderer mechanischen Methoden zur Haschherstellung wie bei Kief oder trockenem Haschisch, Bubble Hash oder sogar Rosin. Aber es sind nicht alles Vorteile. Zum Beispiel muss BHO zum Schluss gesäubert werden, das heißt, das Butan muss verdampfen – dieser Vorgang ist bei anderen Methoden nicht nötig. Außerdem muss man beim Arbeiten richtig vorsichtig sein, sonst kann es gefährlich sein, da Butan ein äußerst flüchtiges Gas ist.

Daher werden wir Ihnen in dieser Anleitung alle Schritte erklären, damit Sie erstklassiges BHO risikofrei und sicher herstellen können. Wenn wir nur auch diese Hinweise gehabt hätten, statt so viel herum zu experimentieren!

 

Bild von gesäubertem Shatter, der durch BHO hergestellt wurde*
Bild von gesäubertem Shatter, der durch BHO hergestellt wurde*

 

 

🔥 Was braucht man, um BHO herzustellen?

 

  1. Frisches oder getrocknetes Marihuana
  2. Extraktorrohr
  3. Raffiniertes Butangas
  4. Pyrex oder Silikonschale/Behälter
  5. Filter für das Rohr
  6. Vakuumkammer
  7. Vakuumpumpe

 

Zunächst einmal sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Butan ein leicht entzündliches Gas ist und dass bereits ein kleiner Funke statische Aufladung eine Explosion verursachen kann. Sicherheit steht also an erster Stellen. Daher müssen Sie an einem gut gelüfteten, sicheren Ort arbeiten, fern von jeglicher Wärmequelle.

 

 

Wie wird BHO hergestellt?

 

 

  1. Füllen Sie das Extraktorrohr mit Marihuana (dabei nicht zu fest drücken).
  2. Legen Sie den Filter am unteren Ende des Rohres ein (am Austritt).
  3. Schließen Sie den Extraktor fest.
  4. Setzen Sie die Spitze der Butankartusche in den Extraktor ein und platzieren Sie die Schale/Behälter genau unter den Austritt des Extraktors.
  5. Drücken Sie nach unten und füllen Sie den Extraktor mit Butangas. Das flüssige Butan wird dann in den Behälter tropfen (dies kann etwas länger dauern).
  6. Führen Sie weiterhin Butan hinzu, bis das Butangas transparent aus dem Rohr austritt. Zuerst kommt das Gas aufgrund des Harzes dunkel heraus, aber wenn die Harzdrüsen bereits gelöst sind, wird es klar. Je nach Größe des Extraktorrohres und Menge Gras können mehrere Butankartuschen nötig sein.
  7. Lassen Sie das flüssige Butan im Behälter etwa 5 Minuten lang bei Raumtemperatur verdampfen. Danach muss das Öl gesäubert werden.

 

Bild beim Zuführen von Butan in das Extraktorrohr aus Borosilikatglas*
Bild beim Zuführen von Butan in das Extraktorrohr aus Borosilikatglas*

 

 

🎯 Worin genau besteht die Säuberung?

 

 

Bei der BHO-Methode sind alle Schritte von größter Wichtigkeit, aber ist die Säuberung entscheidend, da es die Qualität des Endprodukts bestimmt. Dazu reicht es, das Öl erhöhten Temperaturen auszusetzen, damit das Butan verdampft, oder mit einer Vakuumkammer die ganze Luft zu entziehen, um die Verdampfung zu beschleunigen.

Dies ist ein ziemlich heikler Vorgang, denn es ist schwierig, ein völlig gesäubertes Konzentrat zu erhalten, in dem alle Terpene intakt geblieben sind. Dies liegt daran, dass Terpene sehr flüchtig sind, vor allem, wenn sie hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Und genau das brauchen wir, um das Butangas freizusetzen. Eine Vakuumkammer ist dafür sehr hilfreich, da man die Luft bei niedrigeren Temperaturen entziehen kann.

Eine langsame Säuberung bei niedriger Temperatur in einer Vakuumkammer garantiert das beste Ergebnis. Man kann nicht genau sagen, wie lange das Öl gesäubert werden muss, da dies von verschiedenen Faktoren abhängt und jedes BHO anders ist. Im Allgemeinen reichen ungefähr 100 Stunden Vakuum mit einer 10 CFM Vakuumpumpe und einer konstanten Temperatur von ungefähr 36 °C.

Wenn man bei einer zu hohen Temperatur das BHO säubert, wird der Extrakt geschmacklos, da es den größten Teil seines Aromas verloren hat. Allerdings ist es noch schlimmer, wenn wir das Öl nicht lange oder gut genug säubern, denn dann enthält es immer noch Butan und das schmeckt nicht nur furchtbar, sondern ist auch gesundheitsgefährdend.

 

 

👾 Wie wird das BHO gesäubert?

 

 

Um das Butan effektiv und sicher freizusetzen, ist eine Vakuumkammer auf jeden Fall die beste Option, da man damit die Temperatur und den Druck einfacher konstant aufrechterhalten kann. Dazu stellt man die Vakuumkammer auf 36 °C und schließt die Vakuumpumpe für ca. 100 Stunden an. (An die Pumpe kann ein Timer angeschlossen werden, damit sie jede Stunde 5 Minuten anschaltet.)

Nicht jeder kann sich eine Vakuumkammer oder -pumpe leisten, daher muss man nach Alternativen suchen. Wir erklären Ihnen andere Methoden, um die Butanfreisetzung zu erleichtern.

Statt einer Vakuumkammer können eine Heizplatte und ein Methacrylat-Exsikkator benutzt werden, der an eine Vakuumpumpe angeschlossen wird. Auch das BHO-Säuberungsset ist eine günstige und sichere Alternative.

 

BHO-SÄUBERUNGSSET

 

BHO Vacuum Purge Kit...

Dieses BHO-Säuberungsset ist hervorragend, um ein butanfreies Konzentrat zu erhalten. Davor haben Sie natürlich das Gras in das Extraktorrohr eingelegt und mit Butangas die Harzdrüsen gelöst, wobei ein harziges Öl herausgekommen ist…

Dieses Set besteht aus:
1 – 200 mm Exsikkator aus Methacrylat
2 – Vakuumpumpe 6 CFM
3 – Anschlussrohr

Mehr Informationen über
BHO-SÄUBERUNGSSET

 

Säuberung im Wasserbad

Noch einfacher und günstiger ist das Erhitzen des BHO im Wasserbad, wodurch es außerdem dicker wird, was die Butanfreisetzung erleichtert. Wichtig ist halt, dass das Öl genügend erhitzt wird.

Dazu füllen Sie einen großen Behälter mit heißem Wasser, maximal auf 50 °C, und legen die Schale mit dem Öl vorsichtig hinein. Benutzen Sie am besten ein Thermometer, um die Temperatur des Wassers zu messen. Lassen Sie das Öl so lange im Wasserbad stehen, bis das Wasser erkalten ist, und wiederholen Sie den Vorgang zwei- oder dreimal, damit das Konzentrat gründlich gesäubert wird.

 

 

Verwendung

 

 

Nachdem der Extrakt gesäubert wurde, kommt der beste Moment des Prozesses: Sie können Ihr BHO kosten, entweder geraucht, verdampft oder in Esswaren. Jeder kann für sich entscheiden. Für den medizinischen Gebrauch ist das Rauchen jedoch nicht besonders empfehlenswert. Dafür eignet sich am besten, das Konzentrat mit einem Vaporizer zu verdampfen oder es zur Zubereitung leckerer Speisen zu verwenden. Wichtig ist dabei, das BHO zu decarboxylieren, bevor man es isst.

Zum Rauchen eignet sich am besten eine BHO-Pfeife oder eine Bong der Art Oiler oder Bubbler – auf jeden Fall ein Gerät, mit dem man das Konzentrat langsam verbrennen kann. Langsam heißt bei niedriger Temperatur, denn oft wird mit einer Lötlampe der Kopf so sehr erhitzt, dass fast das Borosilikatglas schmilzt. So gelangt der Rauch bei 500 °C in die Lunge… Das sollte man unbedingt vermeiden. BHO-Dabs sollten immer bei niedrigster Temperatur erhitzt werden: So genießen Sie es länger, es schmeckt besser und mehr Eigenschaften bleiben erhalten.

Sie können BHO natürlich auch in einem Joint rauchen, indem Sie es mit Tabak mischen oder es zu einem kleinen „Stäbchen“ rollen, welches Sie dann in das Zigarettenpapier einlegen. Diese Einnahmemethode ist zwar weit verbreitet, aber nicht optimal. Eigentlich sammelt man die Trichome von Cannabis nicht, um sie nachher mit Tabak zu mischen.

 

Bild von einem Joint und einem BHO-Dab*
Bild von einem Joint und einem BHO-Dab*

 

 

Wirkung

 

 

BHO ist ohne Zweifel eines der stärksten Cannabis-Extrakte und kann über 80 % enthalten. Für Anfänger ist es nicht zu empfehlen, da es sogar stärker als Kief wirkt, und wenn man nicht daran gewöhnt ist, kann man eine äußerst unangenehme Erfahrung machen. Stellen Sie sich vor, dass jemand, der gelegentlich Gras raucht, eines Tages von einem BHO-Dab probieren kann und einen Zug nimmt, der von der Cannabis-Menge her genau einem ganzen Joint entspricht. Das kann sogar gefährlich sein. Einige sind der Meinung, BHO wäre eine harte Droge, und sogar im US-Staat Washington wird in Erwägung gezogen, Cannabis-Extrakte mit hoher THC-Konzentration zu verbieten.

Mit einer Pfeife ode Bong geraucht, macht BHO sofort unglaublich high, wie ein Uppercut von Tyson. Das High ist ziemlich zerebral und klarer als wenn es mit Tabak gemischt wird, aber durch die Verbrennung wird schon etwas THC vergeudet.

Verdampft nutzt man BHO viel mehr und man genießt es auch länger, da es langsamer verbraucht und der Geschmack hervorgehoben wird. Die gleiche Menge Konzentrat ist ergiebiger verdampft als geraucht.

Wenn man jedoch die therapeutischen Eigenschaften von BHO bestmöglich nutzen möchte, sollte man es am besten direkt einnehmen. Daher sind medizinische Cannabis-Esswaren in den USA so beliebt geworden. Beim Essen werden 100 % der Cannabinoide eingenommen, sowie alle anderen gewonnenen Wirkstoffen der Pflanze. Obwohl die Wirkung in diesem Fall später einsetzt, lohnt sich wirklich, geduldig zu sein.

 

 

👌 Welches Butan eignet sich für BHO am besten?

 

 

Das normale Butangas, das wir zu Hause verwenden, ist nicht für Cannabis-Extraktionen geeignet. Da es geruchlos ist, wird dem Gas aus Sicherheitsgründen ein Geruchsstoff beigemischt, damit man es im Falle eines Gasaustritts erkennen kann. Dieser Stoff ist giftig und schließt normales Butan zur Herstellung unserer Konzentrate aus.

Um qualitativ hochwertiges BHO herzustellen, benötigen wir das möglichst raffinierteste  Butangas. Zum Glück finden wir immer mehr davon. Führend ist in Europa ohne Zweifel das Colibri Gas, obwohl es auch andere bekannte Hersteller von Butangas wie Clipper, Vector oder Dexso gibt.

Oft ist Butangas mit anderen Bestandteilen vermischt, wie i-Butan (Isobutan), Propan, n-Butan oder Dimethylether. Isobutan ist giftiger, aber äußerst effizient zum Extrahieren von Harz, und n-Butan ist reiner, aber schwerer zu bekommen.

Wir würden uns für das Colibri Butangas entscheiden, denn das Verhältnis zwischen Ertrag und Qualität ist wirklich gut, zumindest besser als bei den anderen Optionen. Dies hängt jedoch von den Bedürfnissen jedes Verbrauchers ab, da möglicherweise Dexso zur Herstellung eines medizinisch starken Konzentrats besser geeignet ist, da es mehr nützliche Stoffe aus der Pflanze extrahiert. Das Clipper Butangas enthält einen höheren Anteil an n-Butan und daher ist das Endprodukt zwar geringer, dafür aber reiner.

 

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🚀 Zum Abschluss

 

 

Wenn es richtig gemacht wird, ist BHO der beste Cannabis-Extrakt überhaupt. Dabei ist es jedoch äußerst wichtig, die richtigen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, da der Herstellungsprozess mit Butangas sehr gefährlich sein kann. Das Risiko von Explosion ist tatsächlich sehr hoch und daher gab es leider auch Todesfälle. Wir empfehlen unbedingt, im Freien oder in einem gut gelüfteten Raum extrem vorsichtig zu arbeiten, und das Öl wirklich lange zu säubern, damit keine Gasreste verbleiben.

In einem anderen Beitrag erklären wir andere Methoden zur BHO-Herstellung. Wir freuen uns sehr, wenn Sie diese Anleitung hilfreich fanden und diese teilen. Das hilft uns, mehr Menschen zu erreichen, die ebenfalls davon Nutzen ziehen können. 🤗😜

 

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Fran Quesada Moya
Fran Quesada Moya
Pevgrow's editor, activist and freak of cannabis in all its fields, especially breeding and development of new varieties.
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