Wie man eine kontaminierte Zauberpilzkultur erkennt

Lesezeit 6 minuten

 

Bild von vermenschlichten Pilzen und einer Hand mit einer Lupe beim Versuch, das Problem zu identifizieren
Bild von vermenschlichten Pilzen und einer Hand mit einer Lupe beim Versuch, das Problem zu identifizieren

 

Das Züchten von magischen Pilzen zuhause ist gar nicht so knifflig, wenn Sie einige Faktoren berücksichtigen, vor allem Hygiene und Sicherheit. Wenn wir in unserer Fruchtkammer eine Kontamination feststellen, verlieren wir Zeit, Geld und manchmal sogar die Lust, unsere eigenen Entheogene zu züchten.

Um eine kontaminierte Zauberpilzkultur zu erkennen, ist es wichtig, die Phasen, die magische Pilze durchlaufen, zu kennen, da es kritische Momente gibt, in denen sie anfälliger für Kontamination sind. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Kontaminierungen  am häufigsten vorkommen und wie sie vermieden werden können. Sind Sie daran interessiert? Dann sollten wir uns an die Arbeit machen.

 

 

📖 Warum wird eine Zauberpilzkultur kontaminiert?

 

 

Eine Kontamination kann aus mehreren Gründen auftreten, zumal weil wir diese Pilze künstlich züchten. Dies bedeutet, dass in der Natur ein Gleichgewicht zwischen Bakterien, Pilzen und den übrigen Organismen und Mikroorganismen besteht. Um magische Pilze in Innenräumen anzubauen, muss daher das richtige Medium vorbereitet werden, eigentlich ein ökologisches Ungleichgewicht, das mögliche Infektionen verursachen kann.

Wenn wir ein Substrat sterilisieren, ist es frei von Verunreinigungen, aber das Fehlen anderer Organismen führt dazu, dass kontaminierende Substanzen, die in das Substrat gelangen, nicht um die Ressourcen konkurrieren müssen und frei wachsen können, was in einer natürlichen Umgebung dank des ökologischen Gleichgewichts nicht geschieht.

Es handelt sich vorwiegend um Verschmutzungen der Luft, des Wassers, der verwendeten Werkzeuge, unserer Kleidung usw. Jede externe Substanz, die in das Kulturmedium gelangt, kann eine Bedrohung darstellen. Daher ist eine angemessene Desinfektion und Sterilisation unbedingt erforderlich. Hygiene und Sorgfalt beim Umgang mit der Fruchtkammer sind von entscheidender Bedeutung; auch von Haustieren und anderen Risikofaktoren sollte sie fern gehalten werden.

 

Bild eines mit Schimmel kontaminierten Myzels in einer hausgemachten Zauberpilzkultur*
Bild eines mit Schimmel kontaminierten Myzels in einer hausgemachten Zauberpilzkultur*

 

 

📲 Was soll ich machen, wenn meine Zauberpilzkultur kontaminiert ist?

 

 

Zunächst sollten Sie die kontaminierte Kultur entsorgen, erstens, weil daraus nichts mehr brauchbares wachsen wird, und zweitens, weil sie andere Kulturen kontaminieren kann. Die Zauberpilz-Zuchtssetzs, die wir bei Pevgrow verkaufen, sind perfekt sterilisiert und werden unwahrscheinlich kontaminiert. Falls dies trotzdem geschehen sollte, stecken Sie es in einen Müllsack hinein und werfen Sie es in den Container weg.

Wenn Sie mehrere Tupper oder Zuchtbehälter im selben Raum haben, kann sich die Kontamination sehr schnell ausbreiten. Wenn Sie den Verdacht haben, dass einer kontaminiert sein könnte, entfernen Sie ihn vorsichtig und so schnell wie möglich von den nicht kontaminierten Kulturen. Wenn Sie sich einer möglichen Kontamination nicht sicher sind, können Sie uns ein Foto schicken. Wir werden versuchen, Ihnen so schnell wie möglich zu helfen.

 

 

✅ Was sind die häufigsten kontaminierenden Substanzen der Zauberpilzkulturen?

 

 

Die am häufigsten auftretenden kontaminierenden Substanzen können in drei Gruppen unterteilt werden: Pilze, Bakterien und Insekten, wobei Pilze am häufigsten vorkommen.

Pilze verbreiten sich, indem sie Hyphennetze bilden, kleine Fasern, und stellen den höchsten Prozentsatz an Kontamination während der Pilzzucht in Innenräumen dar. Dies ist eigentlich normal, weil Zauberpilze Pilze sind und wenn wir ihr ideales Wachstumsmedium vorbereiten, erleichtern wir im Grunde das Auftreten dieser Organismen.

Bakterien hingegen können durch eine gute Sterilisation des Substrats weitgehend vermieden werden und sind daher normalerweise nicht für Kontaminierungen der Pilzkultur verantwortlich.

Schädlinge, kleine Insekten, können genauso wie bei Bakterien mit einer angemessenen Sterilisation und Hygiene weitgehend verhindert werden.

Pilzzucht-Sets sind sterilisiert und gebrauchsfertig, es sollte damit also zu keiner Kontaminierung kommen. Bei mehreren Kulturen (Flush) könnte dies jedoch möglich sein, daher sollten Sie besonders achtsam und vorbereitet sein.

 

 

🎯 Die häufigsten Kontaminierungen der Pilzzucht

 

 

Grüner Schimmel (Pilz) ist die am weitesten verbreitete Infektion. Der Zuchtbehälter wird grün und normalerweise mit einer Art weißer Schaum bedeckt. Dies wird durch Trichoderma Harzianum verursacht, obwohl die Symptome denen von Aspergillus und Penicillium sehr ähnlich sind. Zuerst erscheint eine Art Schimmel, der wie weißes Myzel aussieht und grüne Sporen produziert, die sich schnell auf dem Substrat verteilen. Es ist so schwer zu beseitigen, dass es sich nicht lohnt, dagegen anzukämpfen. Sobald Sie eine grüne Stelle bemerken, empfehlen  wir Ihnen daher, den kontaminierten Zuchtbehälter direkt zu entsorgen, da sich die Sporen leicht ausbreiten können. Mangelnde Hygiene, Fliegen oder schlechte Sterilisation können die Ursache für das Auftreten dieser Kontamination während der Kolonisierung oder Fruchtbildung der Zauberpilzkultur sein.

 

Foto mit Trichoderma Harzianum-Infektion auf Agar*
Foto mit Trichoderma Harzianum-Infektion auf Agar*

 

Spinnennetz-Schimmel zerstört häufig Pilzkulturen, zum einen, weil er für unerfahrene Pilz-Züchter nicht leicht zu erkennen ist, und zum anderen, weil er sich schnell ausbreitet. Diese Schimmelform sieht dem Myzel ähnlich, hat aber eine gräulichere Farbe, weshalb Neulingen, die Zauberpilze für den eigenen Konsum züchten, den Farbunterschied nicht so leicht auffallen kann. Sie bildet feinere Fasern als die des Myzels, die in ein oder zwei Tagen das gesamte Substrat bedecken. Einer der Hauptgründe für das Auftreten dieser Verunreinigung der Pilzkultur ist hohe Feuchtigkeit, aber auch schlechte Belüftung kann dazu beitragen.

 

Bild einer Kontamination durch Spinnennetz-Schimmel*
Bild einer Kontamination durch Spinnennetz-Schimmel*

 

Overlay ist eine Schimmelform, die dem Myzel ähnelt, jedoch eine eher baumwollige Textur aufweist. Es entsteht normalerweise bei hoher Temperatur und zu niedriger Luftfeuchtigkeit und wenn es nicht entfernt wird, besiedelt es das gesamte Substrat. Es kann sehr einfach beseitigt werden, indem man mit einem desinfizierten Messer die kontaminierte Stelle entfernt. Das restliche Substrat muss anschließend mit einer Lösung aus Wasser + Wasserstoffperoxid besprüht werden.

 

Bild einer durch Overlay kontaminierten Pilzkultur*
Bild einer durch Overlay kontaminierten Pilzkultur*

 

 

👾 Andere Kontaminierungen der Zauberpilzkultur

 

 

Wenn wir selbst das Substrat für das Züchten von Zauberpilzen vorbereiten, ist eine gute Sterilisation grundlegend. Sogar wenn wir es richtig machen, können Kontaminationen vorkommen. Wie wir bereits erwähnt haben, kann eine Pilzkultur von externen kontaminierenden Substanzen betroffen sein, weshalb es wichtig ist, unsere Feinde gut zu kennen.

Bacillus ist eine Bakterienart, die normalerweise in Getreide-Substrat vorkommt. Dies liegt daran, dass ihre Endosporen hohen Temperaturen standhalten können. Diese Kontamination zeigt sich als grauer Schleim, der das Substrat befeuchtet und einen starken fauligen Geruch abgibt. Um das Auftreten dieser Bakterie zu verhindern, muss das Substrat vor der Sterilisation 12 oder 24 Stunden bei Raumtemperatur eingetaucht werden. Auf diese Weise keimen ihre Endosporen und sterben während der Sterilisation ab.

 

Bild eines durch Bacillus kontaminierten Getreide-Substrat*
Bild eines durch Bacillus kontaminierten Getreide-Substrat*

 

Pseudomonas Tolaasii erscheint als gelber Fleck auf oder unter dem Pilzhut und wird daher auch „bakterieller Fleck“ genannt. Diese Bakterien treten normalerweise aufgrund übermäßiger Feuchtigkeit oder schlechter Belüftung nach der Bewässerung auf. Um sie zu beseitigen, wird eine Chlorlösung (Calciumhypochlorit) angewendet und die Feuchtigkeit reduziert. Wenn die Feuchtigkeit noch zu hoch ist, ist die Ausbreitung der Bakterie schneller als die Wirkung des Chlors.

 

Bild der Verletzungen oder „bakterielle Flecke“ auf Zauberpilze
Bild der Verletzungen oder „bakterielle Flecke“ auf Zauberpilze

 

Pinker Schimmel ist ein Pilz, auch Neurospora genannt, und kommt normalerweise in Getreide oder Agar vor. Er kann sich über geschlossene Behälter ausbreiten und wächst sehr schnell. Daher wird beim ersten Symptom empfohlen, die kontaminierte Kultur zu entsorgen. Es ist ein tödlicher Pilz und sehr schwer zu bekämpfen. Wenn Sie das Pech haben, diese Kontaminierung in Ihrer Pilzkultur zu finden, empfehlen wir, die gesamte Ausrüstung zu desinfizieren, bevor Sie diese wieder verwenden.

 

Aspergillus ist eine Pilzart, die in Zauberpilzkulturen sehr häufig vorkommt, vor allem in Getreide, Kompost, Agar usw. Er kann schwarz, grau, blau, gelb oder grün sein, wobei der Letztere leicht mit Penicillium verwechselt werden kann. Einige Aspergillus-Spezies produzieren Aflatoxine, die tödlich sein können. Daher wird empfohlen, die Kontamination besonders vorsichtig zu behandeln.

 

Bild von Aspergillus in einer Agarkultur*
Bild von Aspergillus in einer Agarkultur*

 

Penicillium ist auch eine Pilzform, die während der Kolonisierung oder Fruchtbildung von Zauberpilzen auftreten kann. Dieser Pilz ist leicht zu erkennen, da er einen blau/grünen Schimmel bildet, obwohl er mit Aspergillus verwechselt werden kann. Seine Sporen befinden sich ständig in der Luft, daher ist es ein echtes Problem für Mykologen und Fans der Zauberpilzkultur für den eigenen Konsum.

 

Bild des Penicillium-Pilzes in voller Entwicklung*
Bild des Penicillium-Pilzes in voller Entwicklung*

 

Verticillium, auch „Dry Bubble“ genannt, ist eine weitere Pilzart, die in verschiedenen Entwicklungsstadien angreifen kann und dessen Symptome je nach Stadium auf die eine oder andere Weise erkennbar sind. Wenn die Infektion im frühen Stadium der Entwicklung (Primordium) auftritt, wachsen deformierte Pilze. Ein Befall in einem späteren Stadium kann runde, graue oder braune Flecken auf den Pilzen verursachen, sowie Verformungen wie eine breitere Basis oder einen schiefen Hut.

 

Bild von durch Verticillium kontaminierten Zauberpilzen*
Bild von durch Verticillium kontaminierten Zauberpilzen*

 

Milben sind Insekten, die in Kompost, Stroh oder anderen Substraten für die Pilzzucht natürlich vorkommen. Viele Milbenarten sind für die Pilzentwicklung von Vorteil, aber es gibt andere, die schwerer Schaden verursachen können. Tarsonemidae sind eine Familie der Milben, die mikroskopisch klein und braun sind und sich von den Hyphen ernähren, wodurch rötliche Flecken an der Basis der Pilze entstehen. Milben der Art Tyrophagus ernähren sich von organischen Abfällen, haben eine durchscheinende Farbe und verursachen Schaden auf Stiele und Hüte. Wenn Milben der Art Pygmephorous auftreten, ist es oft Anzeichen einer Trichoderma-Kontamination, da sich diese Milbe von Schimmel ernährt und zur Ausbreitung einer Infektion beitragen kann. Sie haben einen abgeflachten Körper und vermehren sich sehr schnell.

 

Bild von Milben auf einem Pilzhut*
Bild von Milben auf einem Pilzhut*

 

Es gibt drei Arten von Mücken, die eine Zauberpilzkultur kontaminieren können: Sciaridae, Lycoriella und Megaselia. Dies sind kleine, dunkelfarbige Insekten, normalerweise nicht größer als 0,3 cm. Ihre Larven sind heller und halb so groß wie die ausgewachsene Exemplare. Sie ernähren sich vom Myzel und können Krankheiten wie Cobweb, Mycogone oder Verticillium übertragen.

 

Bild einer Sciaridae-Mücke auf einem Pilzhut*
Bild einer Sciaridae-Mücke auf einem Pilzhut*

 

Fadenwürmer können auch Kontaminationen während der Pilzbildung verursachen und sind in den meisten landwirtschaftlichen Substraten zu finden. Sie greifen das Myzel an, das dunkel wird, und verursachen die Verformung der Pilze oder hemmen direkt ihr Wachstum. Sie können also äußerst ärgerlich sein.

Mikroskopische Aufnahme eines Fadenwurms der Gattung Aphelenchoides*
Mikroskopische Aufnahme eines Fadenwurms der Gattung Aphelenchoides*

 
Zauberpilze- und trüffel Dosisrechner
 

 

🧐 Fazit

 

 

Kontaminierungen entstehen immer durch schlechte Desinfektion oder Sterilisation des Kulturmediums und der Utensilien. Mangelnde Hygiene beim Umgang mit der Pilzkultur kann ebenfalls Verunreinigungen verursachen und sogar wir selbst können Infektionen übertragen. Wir bei Pevgrow empfehlen immer eine extrem saubere Umgebung und einen sorgfältigen Umgang mit Ihrem Zauberpilz-Zuchtset. Wenn Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Fran Quesada Moya
Fran Quesada Moya
Pevgrow's editor, activist and freak of cannabis in all its fields, especially breeding and development of new varieties.
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4 Gedanken zu „Wie man eine kontaminierte Zauberpilzkultur erkennt“
  1. Hello Fran!

    I have my grow kit inside the grow bag since 5 days now. Unfortunately there is more and more yellowish and brownish colouring appearing on the mycelium. But only at the marginal surface area of the whole substrate cake. I am not sure if this is a contamination or maybe just a defense reaction of older mycelium. I hope you can help. If necessary I can send you some pictures too.
    Thanks in advance.

    Oliver

  2. Ich habe zwei Pilzkits die leider beide mit Bacillus befallen sind, es wachsen allerdings trozdem bei beiden schon Pilze, kann ich die kits eventuell trozdem noch irgendwie verwerten (die Pilze weiterwachsen lassen) oder nocheinmal sterilisieren und neu anfangen?

    • Hallo Thomas,
      Entschuldigen Sie, dass Sie so lange auf eine Antwort warten mussten. Wir hoffen, dass Sie endlich die Lösung gefunden haben.

      Mit freundlichen Grüßen

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